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Der QuantiFERON®-TB Gold In-Tube Test (Quantiferon-Test) dient dem Nachweis von zellvermittelten Immunreaktionen auf spezifische Antigene von M. tuberculosis. Patienten, die mit M. tuberculosis infiziert sind, haben T-Effektorzellen, die spezifische mykobakterielle Antigene erkennen, in Folge Interferon-? (IFN-?) bilden und ausschütten. Die Grundlage dieses Tests ist der quantitative Nachweis von IFN-?.
  
Der Quantiferon-Test verwendet die Tb-spezifischen Antigene ESAT-6 (early secretory antigen target-6), CFP-10 (culture filtrate protein 10) und TB7.7 (p4), die bei M. tuberkulosis  vorkommen. Diese Antigene fehlen in den meisten BCG-Stämmen sowie in den meisten nicht-tuberkulösen Mykobakterien mit Ausnahme von M. kansasii, M. szulgai und M. marinum. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass diese Antigene dazu geeignet sind, IFN-?-Reaktionen in den T-Zellen von Tb-Infizierten auszulösen, jedoch nicht bei nicht-infizierten oder BCG-geimpften Personen.
  
Das heißt der Quantiferon-Test zeigt also in vitro eine zellvermittelte Immunreaktion auf die Tb-spezifischen Antigene an. Ein postives Ergebnis bedeutet daher, dass sehr wahrscheinlich eine Infektion mit M. tuberculosis vorliegt. Es bedeutet aber nicht zwingend, dass eine aktive Tuberkulose-Erkrankung vorliegt. Der Test ersetzt, daher nicht weitere diagnostische Verfahren, wie die bildgebende Verfahren und die mikrobiologische Untersuchung des Sputums, die bei Verdacht auf Tb-Infektion erfolgen sollte.
  
Ein negatives Ergebnis im Quantiferon-Test spricht gegen eine Infektion mit M. tuberculosis. Sensitivität bei behandlungsbedürftiger Tuberkulose: ca. 90 %.
Sensitivität bei latenter Tuberkulose: ~ 80 %.
Spezifität bei gesunden Testpersonen: > 95 %
Jedenfalls dürfte die Sensitivität und Spezifität des Quantiferon-Testes nach derzeitiger Datenlage, die des Mendel-Manteaux-Test übertreffen.
  
Folgende mögliche Indikationen ergeben sich derzeit:
Akut lebensbedrohliche Tuberkuloseformen (z. B. Meningitis tuberculosa),
Verdacht auf Tuberkulose bei Anergie (z. B. Immunsuppression) oder Hyperergie (BCG-Impfung),
Nachweis einer LTBI vor Start einer immunsuppressiven Therapie, z. B. bei Einsatz von TNF-hemmenden Substanzen zur Rheumatherapie
Tuberkulose exponierte Neugeborene.
Screening von Mitarbeitern im Gesundheitswesen auf frühere TB-Infektion.
Umgebungsuntersuchung von Kontaktpersonen bei nachgewiesenen Fällen mit offener TB.
  
Der Test sollte nicht eingesetzt werden zur Therapiekontrolle bei Tuberkulose-Erkrankungen und zur Diagnostik bereits anbehandelter Patienten, da in diesen Fällen noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.
  
Über die Zeit, die bis zu einem positiven Ausfall des QuantiFERON-TB Gold-Testes nach Kontakt mit einem TB-Patienten vergeht, liegen noch nicht genügend Untersuchungen vor. Derzeit wird hier die gleiche Vorgehensweise wie beim THT empfohlen. Der IFN-?-Test kann nicht zwischen aktiver TB und LTBI unterscheiden. 
 1) Abnahme: Für eine Untersuchung werden je 1 Röhrchen mit roten, grauen und lila Verschluss benötigt. (Bis zur schwarzen Markierung befüllen). Bei Verwendung einer Butterfly-Nadel vorher ein Leerröhrchen zur Vorbefüllung der Schlauchverbindung verwenden.
   
2) Mischen: Probenröhrchen 8 ? 10 mal kippen, bzw. 5 Sek. lang kräftig schütteln. (Das an der Röhrchenwand befindliche TB Ag muss sich mit dem Blut vollständig vermischen)
  
3) Röhrchen müssen bei Zimmertemperatur (22°) bis zur Abholung stehen. Eine Transportzeit von 16 Stunden sollte nicht überschritten werden.
  
Abnahme möglichst knapp vor der Probenabholung!  
    
Vacutainer mit rotem Verschluss enthält Tb-spezifische Antigene.
Vacutainer mit grauem Verschluss stellt die Nullkontrolle. dar.
Vacutainer mit lila Verschluss enthält ein unspezifisches Mitogen.
   
Da bei uns die Spezialröhrchen nur in gleicher Anzahl wie Laborteste vorrätig sind, bitten wir Sie, nur so viele Abnahmebestecke zu bestellen, wie tatsächlich benötigt werden.
  
Falls eine sachgemäße Inkubation vor Ort möglich ist, ist dies anzustreben, Informationen sind im Labor erhältlich
Detjen A et al. 2006. Immunologische Diagnostik der Tuberkulose-Interferon-?-Tests. Monatsschrift Kinderheilkd 154: p 152-159.
 
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Hauer B et al. 2006. Interferon-?-Tests in der Tuberkulose-Diagnostik ? Aktueller Stand. Pneumologie 60: p 29-44.
 
Lange C et al. 2006. Aktueller Stand der Tuberkulosediagnostik. Dtsch Med Wochenschr 131: p 341-347.
 
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Letzte Änderung:  Donnerstag, 4.Oktober 2007 um 08:32   Laborsalzburg Adminstrator
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