Autoantikörper gegen cytoplasmatische Antigene von neutrophilen Granulozyten (anti-neutrophil cytoplasmic autoantibodies - ANCA)
ANCA sind vor allem mit verschiedenen Formen von Vasculitiden und entzündlichen Darmerkrankungen assoziiert. In unserem Labor werden zunächst Screeningtests für das Vorhandensein von ANCA durchgeführt und dann weiterführende Untersuchungen angeschlossen. Prinzipiell unterscheidet man in der Immunfluoreszenz zwischen zwei Reaktionsmustern: c-ANCA (= Reaktion mit dem gesamten Cytoplasma von Neutrophilen) und p-ANCA (=perinukleäres Reaktionsmuster).
c-ANCA
c-ANCA sind pathognonomisch für M.Wegener und kommen auch bei verschiedensten anderen Formen von Vasculitis vor.
p-ANCA
p-ANCA findet man bei entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa: 60 - 80 %), M. Crohn (15%) und bei primär chronischen Cholagitis (6,5%), sowie ebenfalls bei verschiedenen Vasculitiden.
Zum Teil kann die Spezifität von c-ANCA bzw. p-ANCA noch genauer differenziert werden. Bestimmung von Autoantikörpern gegen die Proteinase 3 (PR 3) als Subspeziftät von c-ANCA und gegen die Myeloperoxidase (MPO) als Subspezifität von p-ANCA.
PR 3-AAk findet man bei M. Wegener (80 - 95 %), Churg-Strauss Syndrom (30 %), mikroskopischer Polyangitis (20 %), Polyangitis nodosa (10%) und rasch progedienter Glomerulonephritis (10%)
MPO-AAK kommen bei M. Wegener selten vor (10 %), bei Churg-Strauss Syndrom (60 %) und bei idiopathischer proliferativer Glomerulonphritis mit Halbmond- (Crescent) Bildung (65 %) häufiger.
ANCA ohne genau definierter Spezifität (d.h. weder PR3 noch MPO) sind ein Aktivitäsmerker bei cystischer Fibrose.
Quelle: Prof. Wick, UNI-Klinik Innsbruck
